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Příbram/Březové Hory (Birkenberg) - Kunstteiche und Kunstgräben | Tisk |  E-mail
Napsal Ulrich Haag   
Středa, 29 duben 2009

PaedDr. Josef Velfl/Ulrich Haag; Příbram

 

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Jedes historische Bergbaugebiet hat ein gespaltenes Verhältnis zum Wasser. Zum Einen ist es in der Teufe der ärgste Feind des Bergmanns zum Anderen manchmal die einzige und auch billigste Energiequelle. Deshalb blieb die Wasserkraft lange Zeit die Energiequelle, die erst sehr langsam durch die teurere Dampfmaschine ersetzt wurde. Voraussetzung war das Vorhandensein ein gut ausgebautes Wasserwirtschaftssystem für den Bergbau (Freiberger Revier; Harzer Bergbau). Die Wasserkraft diente zum Antrieb der Wasserräder für Förderung (Kehrräder), Wasserhebung, Aufbereitung und Hüttenwesen. Das bergmännische Wasserwirtschaftssystem für die Příbramer und hier besonders die Birkenberger Schächte wurde Ende des 18./Beginn des 19. Jh. angelegt. Hierzu gehören über 90 km Kunstgräben, Röschen und Stollen und mehrere Teiche. Es entstand ein Netzwerk von wasserwirtschaftlichen Anlagen ein bergmännisches Wasserwirtschaftssystem, das mit möglichst geringem Gefälle das Wasser aus den Teichen des Brdy – Gebirges zu den Birkenberger Schächten leitete. Diese sogenannten Kunstgräben (Struhy) hatten eine Länge von 17,5 km und begannen am Pilský- und am Láz – Teich.

Der Ableitung des Betriebswassers wie auch des aus den Schächten gehobenen Wassers diente der Erbstollen, der das Wasser der Litavka zuführte.

Allein die Führung der Kunstgräben und die Anlage des Erbstollens beweisen durch die exakte markscheiderische Vermessung und die Ausführung die technische Meister-schaft.

Trotzdem kam es trotz der exakten Arbeit zu Schwierigkeiten, so brach 1857 die Staumauer des 1818 – 1822 erbauten Láz – Teichs (früher Erzherzog – Franz – Karl – Teich No. I, nach dem Sohn des österreichischen Kaisers Franz I. Zur Einweihung „seines“ Teiches war Erzherzog Franz Karl anwesend.).

Der Teichdamm bestand aus erde mit einer Tondichtung. Der Teichablass erfolgte durch ein hölzernes Rohr, das 1857 gebrochen war. Durch starke Regenfälle stieg der Wasserspiegel im Teich an und konnte nicht mehr abgelassen werden, so kam es zum Dammbruch. Dabei stand der Ort Bohutín unter Wasser und es waren 2 Tote zu beklagen. Zur Reparatur wurde das Wasser komplett abgelassen und der Damm mit einem veränderten Profil von 1:1,35 neu errichtet. Weiterhin wurde für den Wasserablass auf der linken Teichseite im Fels ein elliptischer Stollen vorgetrieben. In der Teichbewirtschaftung damals eine absolute Neuheit. Bei den Reparaturarbeiten stellte sich auch heraus, dass man beim Bau 1818 eine geologische Störung im Dammbereich nicht beachtet hatte.

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde das Striegelhaus erneuert und verschiedene undichte Stellen am Teichdamm beseitigt.

Der Pilský – Teich wurde hauptsächlich 1849 – 1853 zur Versorgung der Hütte mit Wasserkraft unter dem Namen Sophien –Teich (Erzherzogin Sophie – Frau von Erzherzog Franz Karl) angelegt.

Ständige Verbesserungen und Reparaturen waren in den vergangenen Jahrzehnten schon traditionell.

Hier dazu eine Auflistung:


Teich

Grund

Wiederaufbau

Zeitraum

Pilský

Bruch der Staumauer nach starken Regenfällen

Korrektur des Profils und Neuabdichtung, dadurch geringeres Stauvolumen

1854 - 1856


Vorbereitungsarbeiten für die Nutzung als Trinkwasserreservoir für die Stadt Příbram

Reparatur des Staudamms und Abdichtung des Untergrunds

1959 - 1963


Alter

Neuaufbau des Staudamms mit geringerer Neigung und Befestigung durch gemauerte Dammböschung

1983 - 1984


Reparatur

Dammkrone erneuert

1988 - 1989

Láz

Defekter Striegel

Staudamm repariert; ursprüngliche hölzerne Rohre entfernt; Wasserableitungsstollen auf der linken Seite, Veränderung des Dammprofils

1857 - 1859


Alter, Undichtigkeiten des Ableitungsstollens

Neue Dammkrone; Sanierung des Ableitungsstollens; neues Striegelgebäude; neue Schieber; Erneuerung der Überlaufkaskade; Installation von Überwachungstechnik

1991 - 1993

Wie man sieht, hatten die beiden Teiche eine sehr wechselvolle Geschichte. Mit ihrer Nutzung als Trinkwasserreservoir wird ihnen eine ständige Überwachung und Pflege zu Teil. Im Inneren der Staudämme befindet sich noch heute Holz, das im 19. Jh. zur Stabilisierung der Dämme verwendet wurde.

Entlang der gesamten Länge der Kunstgräben sind diese mit einer Kennzeichnung durch Steine, die Schlägel und Eisen zeigen, markiert. Ein Teil der Steine trägt auch noch die Kennzeichnung mit „HC“ und „HR“. Es wird vermutet, dass man die Steine auch als Grenzsteine zwischen den Gebieten der Herren von Colorado (Colloredo), „HC“; auf Dobříš und des Erzbischofs von Rožmitál (HR)nutzte.

Unterhalb des Sägewerks stellt ein kleines Steinportal die Verbindung zur Litavka her.

Zurück zu den Kunstgräben: in vielen schriftlichen Quellen werden sie als mutwillig zerstört angeführt. Dem ist jedoch nur zum Teil so, ein großer Teil der Kunstgräben ist erhalten und ließe sich mit etwas Aufwand instand setzen. Damit würde ein wichtiges Denkmal des ehemaligen Bergbaus erhalten, das sich auch gut touristisch, z. B. durch Wander- oder Fahrradwege, erschließen lässt.

Der Betrieb und die Unterhaltung der Kunstgräben wurden wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Stilllegung des Wasserrades auf dem Drkolnov – Schacht eingestellt. Damit überwuchsen die unzugänglichen Stellen der Kunstgräben mit Vegetation und der Verfall der gemauerten Gräben begann.

Ein Teil der Gräben wurde auch zu normalen Straßengräben herab gestuft, ohne ihren Denkmalwert zu berücksichtigen. Im Bereich der forstlichen Nutzung wurden die Gräben meist einfach verrohrt und sind dadurch nicht mehr durchgängig sichtbar.

1997 erstellte der Verein Prokop Příbram eine Studie zur Sanierung und Rekonstruktion des Kunstgrabensystems als technisches Denkmal. Die geschätzten Kosten betrugen 19 Millionen Kronen, die für die Reaktivierung des Kunstgrabens vom Láz – Teich bis zum Wasserrad des Drkolnov – Schachtes auf einer Länge von 11 km benötigt worden wären. Die Verbindung vom Pilský – Teich zum Láz – Teich wäre dabei nicht mit erfasst worden. Die praktikable Idee hätte die Möglichkeit geboten, das Wasserrad auf dem Drkolnov – Schacht wieder mit Wasser in Betrieb setzen zu können, ähnliche Beispiele gibt es in Deutschland, z. B. Freiberg: Thurmhofer Wasserrad, Altenberg: Zinnwäsche, Straßberg: Grube Glasebach.

Leider wurde nach den Äußerungen des Vorsitzenden des Vereins Prokop, Chrudoš Fiala, der Plan trotz zugesagter Finanzmittel nicht realisiert, da der Wasserwirtschaftsbetrieb der Umsetzung des Plans widersprach und die entsprechende Wassermenge nicht frei gab.


 
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